{"id":254,"date":"2018-08-09T09:41:45","date_gmt":"2018-08-09T07:41:45","guid":{"rendered":"https:\/\/hermersberg.de\/wp\/2018\/08\/09\/lebenszentrum-soll-hingucker-werden\/"},"modified":"2018-08-09T09:41:45","modified_gmt":"2018-08-09T07:41:45","slug":"lebenszentrum-soll-hingucker-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hermersberg.de\/wp\/2018\/08\/09\/lebenszentrum-soll-hingucker-werden\/","title":{"rendered":"Lebenszentrum soll Hingucker werden"},"content":{"rendered":"<p>Hermersberg: Es geht voran in der Gemeinde auf der Sickinger H\u00f6he. Beim RHEINPFALZ-Dorfspaziergang zeigten Einwohner, wo gerade gebaut und gewerkelt wird und welche Projekte als n\u00e4chste anstehen. Stolz sind die Hermersberger auf ihre Dorfgemeinschaft, die seit vielen Jahren gepflegt wird. Das sanierte Rathaus hat sich zum Kulturzentrum gemausert.<\/p>\n<p>Der Hermersberger Dorfmittelpunkt ist an der Einm\u00fcndung der Mozartstra\u00dfe zur Hauptstra\u00dfe. Und nur dort. \u201eDas Lebenszentrum\u201c nennt es B\u00fcrgermeister Erich Sommer. Besonders h\u00fcbsch ist diese Ecke der Sickinger-H\u00f6he-Gemeinde nicht. Doch das \u00e4ndert sich nun.An der Kreuzung Mozart-\/Hauptstra\u00dfe trifft sich Hermersberg. Da ist das Gasthaus Juner, hier stand fr\u00fcher die Diskothek Paradies. Der Lebensmittelh\u00e4ndler ist dort angesiedelt und ein Hundesalon. Die Vertretungen von Sparkasse und VR-Bank sitzen ebenfalls an dieser Ecke. Gegen\u00fcber, auf der Mauer vor der evangelischen Kirche, verbringen so einige die warmen Abende bei einem Schwatz. Das erz\u00e4hlen alteingesessene Hermersberger beim RHEINPFALZ-Dorfspaziergang am Dienstagabend.<\/p>\n<p>Gut, besonders einladend sieht der mit Kies aufgesch\u00fcttete Platz neben dem Gasthaus \u2013 direkt an der Durchfahrtsstra\u00dfe \u2013 nun nicht aus. Doch die Hermersberger wollen keinen anderen Dorfmittelpunkt haben. Das zeigte sich, als die Einwohner ein anderes Zentrum angeboten bekamen. Ein lauschiges Pl\u00e4tzchen unter B\u00e4umen mit h\u00fcbschen Brunnen dort, wo sich Berg- und Gartenstra\u00dfe treffen. Am Milchh\u00e4uschen, an dem fr\u00fcher die Bauern morgens und abends die Milch ablieferten, in einem wenig befahrenen Areal.<\/p>\n<p>Nix da, hie\u00df es jedoch. Das Dorfzentrum bleibt das Dorfzentrum, und das ist nun mal an der Hauptstra\u00dfe. Das idyllsche Eckchen samt seinen Brunnen wurde nicht angenommen. Zwar wird das Schnapsgassenfest dort gefeiert, f\u00fcr das Hermersberg weithin bekannt ist, doch als gem\u00fctliche Begegnungsst\u00e4tte f\u00fcr einen spontanen Plausch wird die Stelle selten genutzt, wie Einwohner erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Die Gemeinde reagierte: Wenn die Einwohner ihr Zentrum nun mal unbedingt an der Ecke Haupt-\/Mozartstra\u00dfe haben wollen, dann ist das halt so. Und dann soll es dort auch ordentlich aussehen. Gesagt, getan. Der Platz wird ausgebaut, soll nun endlich so sch\u00f6n werden, wie es seiner Bedeutung in der Gemeinde zukommt. Mit \u201eSitzgelegenheiten f\u00fcr alte Frauen\u201c, wie Alice Fromknecht beim RHEINPFALZ-Spaziergang forderte. Mit schattenspendenden B\u00e4umen \u2013 auch wenn der ein oder andere Einwohner \u00fcber das fallende Laub im Herbst klagen d\u00fcrfte, wie B\u00fcrgermeister Erich Sommer bef\u00fcrchtet \u2013 zu wenig Gr\u00fcn im Ort, das sei das Einzige gewesen, was die Kommission des Wettbewerbs \u201eUnser Dorf hat Zukunft\u201c in Hermersberg bem\u00e4ngelte. Mit einem sch\u00f6nen Pflaster und mit Wasser, das in irgendeiner Form integriert werden soll. \u201ePrima, da wasch\u2019 ich mir die F\u00fc\u00dfe\u201c, meint Alice Fromknecht trocken.<\/p>\n<p>Die Pl\u00e4ne f\u00fcr den neuen Platz werden schon einige Zeit im Gemeinderat verhandelt und nehmen langsam Gestalt an. Im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden.<\/p>\n<p>Wo nun der neue Dorfmittelpunkt entstehen soll, stand bis vor einigen Jahren die Disco Paradies. L\u00e4ngst ist der Tanztempel geschlossen, das Geb\u00e4ude abgerissen, die Erinnerungen an die Dorfdisko sind bei den Hermersberger aber noch wach. Ende der 70er, Anfang der 80er war die Hochzeit des Paradies, erz\u00e4hlen unter anderem G\u00fcnter Faust und J\u00fcrgen Burkhard. Die j\u00fcngeren Hermersberger durften sonntagsnachmittags auf ein Cola-Bier im Paradies vorbeischauen. Richtig voll war die H\u00fctte aber am Samstagabend. Die komplette Hauptstra\u00dfe der Sickingerh\u00f6h-Gemeinde war dann mit Autos zugeparkt.<\/p>\n<p>Die G\u00e4ste kamen aus der ganzen Region, um sich in Hermersberg im Paradies \u00fcber drei Stockwerke zu am\u00fcsieren. Aus allen Etagen konnte man auf die B\u00fchne schauen. Gut m\u00f6glich, dass die Feierwilligen damals zu der Musik tanzten, die der heutige Ortsb\u00fcrgermeister Erich Sommer als Discjockey auflegte. Von der Disko profitierte indes auch das Gasthaus Juner, das heute noch Treffpunkt f\u00fcr die Hermersberger ist. \u201eWem das Bier im Paradies zu teuer war\u201c, der ging zum Juner, erinnert sich G\u00fcnter Faust. Ein st\u00e4ndiges Kommen und Gehen sei das gewesen.<\/p>\n<p>\u201eEs gibt halt viel im Ort\u201c, sagt Margit Baumann, die ihr ganzes Leben in Hermersberg verbracht hat, wie sie erz\u00e4hlt. \u201eWir sind immer nur ein paar Stra\u00dfen weitergezogen\u201c, sagt sie und lacht. Die Infrastruktur in Hermersberg sei f\u00fcr eine Gemeinde auf dem Land hervorragend. Neben \u00c4rzten \u2013 dem Beigeordneten Dirk Palm zufolge gibt es gleich drei Allgemeinmediziner \u2013 finden sich Apotheke, Friseur, Supermarkt, Metzger, B\u00e4cker und eine Tankstelle. \u201eDa fehlen nur ein Kino und ein Schwimmbad\u201c, meint Baumann mit einem Augenzwinkern.<\/p>\n<p>Schmuck sieht das Hermersberger Rathaus aus. 1,2 Millionen Euro hat die Gemeinde in die Sanierung gesteckt. \u201eAber das Haus wird genutzt, also hat es auch Sinn und Zweck gehabt\u201c, macht Erich Sommer deutlich. \u201eDas Rathaus ist jeden Tag besetzt\u201c, betont Renate K\u00f6nnel, die die Au\u00dfenstelle der Kreisvolkshochschule (VHS) leitet. Neben der VHS und der Gemeinde nutzt die Musikschule des Kreises das Geb\u00e4ude, und der M\u00e4nnergesangverein hat seine Prober\u00e4ume im zweiten Stock. Laut K\u00f6nnel h\u00e4tten einige B\u00fcrger gegen die Sanierung des alten Geb\u00e4udes protestiert, stattdessen den Abriss gefordert. \u201eAber inzwischen hat es sich richtig zum Kulturzentrum gemausert\u201c und wird vielfach genutzt, erz\u00e4hlt K\u00f6nnel. Der gro\u00dfe Trend bei der Hermersberger VHS ist Yoga: Gleich f\u00fcnf Kurse gibt es in der Woche im Rathaus.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Herbst hat Renate K\u00f6nnel eine weitere Idee: Eine Einf\u00fchrung in die arabische Sprache soll es geben. Die Idee kam ihr durch den jungen syrischen Fl\u00fcchtling Abd Alfatah Amasha, der in Hermersberg wohnte. \u201eEr hat die deutsche Sprache so schnell und so gut gelernt. Und ich dachte die ganze Zeit, um Himmels willen, was, wenn wir Arabisch lernen m\u00fcssten\u201c, erz\u00e4hlt K\u00f6nnel. Diese M\u00f6glichkeit bekommen die Hermersberger nun. Zumindest mal zum Reinschnuppern. Inzwischen sei Amasha an der Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t in Mainz. Seine Hermersberger Freunde besuche er aber immer noch alle paar Wochen.<\/p>\n<p>Ist man im Wohngebiet westlich der Hauptstra\u00dfe unterwegs, fallen die unterschiedlichen Architekturstile der vielen Einfamilienh\u00e4user auf. \u201eWir machen da wenige Vorgaben, es soll jeder bauen, wie er will\u201c, meint Palm gelassen. W\u00e4hrend in anderen D\u00f6rfern pedantisch der Baustil, die Ausrichtung der H\u00e4user oder die Farbe der Ziegel vorgegeben sind, setzt Hermersberg auf Vielfalt. Das funktioniert: Das Wohngebiet wirkt offen und freundlich.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Dorfzusammenhalt seien die Feste wichtig \u2013 Dorffest, Kerwe und Schnapsgassenfest. Letzteres findet am dritten Augustwochenende statt, zieht durchaus bis zu 6000 G\u00e4ste an und hat seinen Namen vom Veranstaltungsort an Garten- und Bergstra\u00dfe. Dort gab es fr\u00fcher mehrere Brennereien. Die letzte betrieb bis vor einigen Jahren B\u00fcrgermeister Erich Sommer, wie Palm berichtet.<\/p>\n<p>Lebhafte Erinnerungen haben einige Hermersberger an die Urspr\u00fcnge der heutigen Pizzeria Roberto. Fl\u00fcchtlinge aus dem Osten, die von der Roten Armee vertrieben worden waren, f\u00fchrten dort einen gro\u00dfen Bauernhof. Gern gesehen waren die Neuzug\u00e4nge im Dorf aber nicht, erz\u00e4hlt Renate K\u00f6nnel. \u201eVor 50, 60 Jahren war das genau wie heute.\u201c Zwar h\u00e4tten die damaligen Fl\u00fcchtlinge dieselbe Sprache gesprochen, doch auch damals seien einige Zeitgenossen \u00fcberzeugt gewesen, dass die Neuen \u201ealles in den Rachen geschmissen bekommen und noch nie gearbeitet h\u00e4tten\u201c, sagt K\u00f6nnel. Geschichte wiederhole sich eben. Sp\u00e4ter betrieben Kurt Weis und seine Frau an dieser Stelle viele Jahre das Caf\u00e9 Weis. (Die Rheinpfalz)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-251\" src=\"https:\/\/hermersberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08_bericht1.jpg\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/hermersberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08_bericht1.jpg 186w, https:\/\/hermersberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08_bericht1-150x300.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-252\" src=\"https:\/\/hermersberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08_bericht2.jpg\" alt=\"\" width=\"374\" height=\"244\" srcset=\"https:\/\/hermersberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08_bericht2.jpg 374w, https:\/\/hermersberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08_bericht2-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 374px) 100vw, 374px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-253\" src=\"https:\/\/hermersberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08_bericht3.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/hermersberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08_bericht3.jpg 560w, https:\/\/hermersberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08_bericht3-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hermersberg: Es geht voran in der Gemeinde auf der Sickinger H\u00f6he. 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